10 Jahre Elektromobil TravelScoot
Zusammenklappbarer Mobility Scooter TravelScoot

Erfahrungsbericht

von Hartmut Huber, Erfinder des TravelScoot

Meine ursprüngliche Idee war, für Flugreisen den TravelScoot im zerlegten und gefalteten Zustand in eine kompakte Tragetasche zu packen, dabei musste ich aber in den ersten Jahren bei zahlreichen Reisen immer wieder mehr oder weniger große Beschädigungen in Kauf nehmen. Für das Bodenpersonal war diese Tasche nur eine Tasche, wie jede andere auch und wurde dementsprechend unsanft behandelt. Es kam oft vor, dass die Tasche mit dem Elektromobil – anstatt zum Flugzeug – mit den anderen Gepäckstücken zum Förderband der Gepäckausgabe geliefert wurde und ich dann auf einen Flughafen-Rollstuhl dorthin gefahren werden musste. Im Folgenden beschreibe ich eine Methode, welche einerseits für den behinderten Passagier wesentlich einfacher ist und andererseits dem Bodenpersonal eine schonendere Behandlung abverlangt.

Die/der Eine oder Andere möge die beschriebene Methode für ihre/seine körperlichen Gegebenheiten entsprechend modifizieren. Zu Beginn sei erwähnt, dass der Transport von Batterien als Gefahrengut gilt und bei den Fluggesellschaften leider (noch) uneinheitlich, zum Teil sogar innerhalb einer Gesellschaft widersprüchlich geregelt ist, auch in Hinblick der chemischen Art der Batterien. Zum anderen ist auch das Personal nicht einheitlich in die Materie eingewiesen und Überraschungen können deswegen nicht ganz ausgeschlossen werden, aber im Allgemeinen werden Behinderte und ihre Fahrzeuge bevorzugt behandelt.

Elektromobil TravelScoot im Flugzeug

Verschiedene Bestimmungen für Flugreisen mit Lithium-Batterien

Ohne hier zu tief in die Materie einzugehen, die meisten Elektromobile werden mit den schweren Blei-Akkus angetrieben und damit gibt es normalerweise keine Probleme. Etwas anders sieht es mit Lithium-Batterien (Li-Ion) aus.

Heutzutage werden viele Geräte wie Laptop PC, Kameras, Werkzeuge usw. mit Lithiumbatterien betrieben. Diese gelten als gefährlicher, da sie unter extremen Bedingungen feuergefährlich sind und einer schonenden Behandlung bedürfen. Deshalb sind Lithium Batterien ab einem bestimmten Lithiumgehalt vom Lufttransport ausgeschlossen und hier scheiden sich (noch) die Geister.

Vor einigen Jahren hat die IATA (International Air Transport Association) Richtlinien für die Mitnahme von Lithiumbatterien erarbeitet und dabei auch die besonderen Bedürfnisse von behinderten Passagieren berücksichtigt und dies mit UN ST/SG/AC. 10/11/Rev.5 Section 38.3. vorgegeben. Demnach ist ein Maximalwert von 300 Wh (WattStunden) zulässig. Leider weichen einige Fluggesellschaften davon ab und erlauben nur 160 Wh.

Um zeitraubenden Diskussionen vor dem Abflug vorzubeugen, führe ich immer eine gedruckte Kopie von beiden Dokumenten mit mir, hatte aber bisher selbst noch keine Probleme beim Abflug.

Wegen des leichten Gewichtes und den kompakten Abmessungen ist es nicht notwendig, die Fluggesellschaft vorab über die Mitnahme eines Elektromobiles zu informieren. Im Gegenteil, eine solche Vorabinformation könnte erst recht obige Probleme auslösen.


Vor dem Check-in

Vor der Abreise sollte man unbedingt alles entsprechend organisieren, damit am Flughafen alles reibungslos abläuft.

Um mit möglichst wenigen Einzelteilen umgehen zu müssen, sollte während der Fahrt durch das Fluhafen-Gelände bereits auf die Rückenlehne verzichtet werden und diese im Hand- oder eingecheckten Gepäck verstaut werden. Das Handgepäck sollte bequem quer über den TravelScoot-Rahmen unter den Sitz passen. Das Reisegepäck sollte ein Rollkoffer sein. Eine etwaige Reserve-Batterie sollte unbedingt nicht im Gepäck sondern auf der Hauptbatterie gestapelt werden und so durch die Sicherheitskontrolle geschleust werden.

Falls man den Rollkoffer selbst zum Check-In zieht ist erhöhte Vorsicht Anderen gegenüber geboten da man wegen einarmigen Fahrens nur eine Bremse zur Verfügung hat. Beim Check-In sollte man sitzen bleiben, dann sieht das Personal ohne Fragen dass man gehbehindert ist und man darf Richtung Gate fahren. Beim Sicherheits-Check sollte man - wenn möglich - aufstehen und durch die Schleuse gehen, anderenfalls wird man individuell überprüft. Nach erfolgter Überprüfung des Scooters kann man seine Fahrt zum Flugsteig fortsetzen.

Dort angekommen, sollte man in Blickkontakt mit dem Personal parken. Familien mit Kindern sowie Behinderte werden als Erste zum Flugzeug gebeten. Bei dieser Gelegenheit bekommen Sie den sogenannten Gate-Check-Anhänger, mit dem sichergestellt wird dass Ihr Fahrzeug am Bestimmungsflughafen wieder am Flugsteig zu Ihrer Verfügung steht.


Beim Einsteigen ins Flugzeug

Vor dem Flugzeug angekommen, können Sie nun den TravelScoot mit wenigen Handgriffen verladefertig machen.

Packen Sie die Batterie(en) in die gepolsterte Batterie-Tasche (Teil 1 des Travel-Kit) schieben Sie den Lenker auf die niedrigste Position und befestigen Sie den gepolsterten Lenkerschutz (Teil 2 des Travel-Kit) über den Lenker. Die Batterie-Tasche nehmen Sie entweder mit in die Kabine oder befestigen sie am Fahrzeug. Falls Sie mit den schwereren Blei-Akkus reisen, muss die Tasche mit den Batterien unbedingt separat mit einem Anhänger versehen und verladen werden. Bedenken Sie, dass das Bodenpersonal - manchmal weiblich - alles die schmale Treppe neben der Gangway hinunter und auch wieder herauftragen muss.

Elektromobil TravelScoot mit Reiseset

Am Zielflughafen

Am Bestimmungsflughafen bleiben Sie am besten sitzen bis die meisten Passagiere ausgestiegen sind. Erfahrungsgemäß dauert es eine Weile bis Kinderwägen und Fahrzeuge zum Flugzeug-Eingang oder Flugsteig geliefert werden. Ich wünsche einen angenehmen Flug!


Nützliche Dokumente zum Batterietransport

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